Hat Kirche überhaupt noch eine Chance?

Kirche hat eine Chance. Aber der Weg wäre ein sehr menschlicher. Er ging so: Kirche könnte wieder für Menschen im 21. Jhdt. relevant werden, wenn sie das Alte neu entdeckt, eine neue Sprache findet, aber vor allem neue Begründungen für ihre Glaubenspositionen.

Es gibt viele Ideen, wie man Kirchen wieder neu für moderne Menschen relevant machen kann. Dieser Weg ist aber nicht einfach aus unserer Sicht, weil es viel zu viele Denkblockaden gibt. Unsere Denkblockaden sind vor allem zwei „Dinge“: 
– Ängste
– Übersteigerte Selbstgewissheit

Ängste 
Kirchen haben jahrhundertelang gegen das Neue, gegen die Leidenschaft und Kreativität, gegen das Ausprobieren gepredigt. Es wurde nicht immer gleich mit der Hölle gedroht. Aber ein wenig schon. Angeblich gibt es nur den einen seligmachenden Weg. Es wurde zu viel Angst in den Glauben gesteckt.
So haben viele Menschen im Glauben Ängste entwickelt. Die Angst, es falsch zu machen, den falschen Weg zu gehen, den Anschluss zu verpassen usw.

Übersteigerte Selbstgewissheit
Man muss von dem, was man macht, überzeugt sein. Das ist wichtig, sonst überzeugt man keinen Menschen. Auf der anderen Seite wird man durch das Evangelium selber immer wieder infrage gestellt. Zum Glauben gehört auch die Haltung sich selber zu hinterfragen und hinterfragen zu lassen. Viele Kirchen haben da leider fundamentale Sicherheitsvorkehrungen, um das nicht zuzulassen. Man übertreibt manchmal etwas mit dem „Überzeugtsein“.

Wer Kirche heute neu für Menschen attraktiv machen will, muss von den Menschen her denken. Was übrigens nie bedeutet, die Tradition aufzugeben. Es bedeutet nur, den Zement der eigenen Positionen etwas aufzuweichen und so weniger fest zementiert, Menschen von heute zuzuhören und auf sie einzugehen, ohne besserwisserisch daherzu kommen.

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